Sonnenscheinmama erzähl doch mal...

" Es gibt keine größere Illusion als die Meinung, Sprache sei ein Mittel der Kommunikation zwischen zwei Menschen"
 
Erst einmal ein Frohes Neues Jahr. Ich hoffe, dass Ihr alle gut ins Jahr gekommen seid und Eure "Vorsätze" noch nicht gebrochen habt. Vor uns liegt ein tolles Jahr 2018, da bin ich mir sicher.
 
Vor Weihnachten hatte ich ein Gespräch mit Leon`s Lehrerin in der Schule. Es ging um die Förderung/Ziele für das nächste Jahr.
Für mich steht immer noch ganz klar an erster Stelle, die KOMMUNIKATION.
Dabei geht es bei Leon nicht unbedingt um die Sprache an sich, sondern eher um eine Möglichkeit, ihm ein Weg zu öffnen, sich mitzuteilen und anderen seine Bedürfnisse verständlich zu machen.
Wir haben da schon einige Wege ausprobiert. Angefangen von Gebärden, die er aber motorisch nicht nach machen konnte, bis zur jetzigen Methode.
Was der "kleine" Grobmotoriker mittlerweile super drauf hat, ist eine Taste zu bedienen.
Es gibt da eine Menge unterschiedlichster Kommunikationsgeräte (siehe http://www.prentke-romich.de/), mit verschiedenster Funktionen.
 
Bei uns ist der Step by Step viel in Aktion. Für eine Nachricht an die Lehrerin, ein "Wie war mein Wochenende" für den Erzählkreis am Montag in der Schule, ein Lied, ein Tischspruch oder ein " Wie war mein Schultag heute", ist es eine super klasse Kommunikationshilfe FÜR UNS.
Aber für Leon und seine "Sprachentwicklung" ist dieses für mich schon lange nicht mehr ausreichend gewesen. Leon hat das Prinzip der Ursache- Wirkung schon in kürzester Zeit heraus bekommen.
(Das ist der Step by Step, woran man übrigens auch adaptiertes Spielzeug anschließen kann-Ein Video dazu findet ihr hier http://leonssonnenscheinwelt.blogspot.de/2017/02/wenn-du-lachst-und-wenn-du-weinst.html )
 
Um das Prinzip von Ursache- Wirkung heraus zu finden, bekam Leon damals auch mein altes Ipad.
Was mittlerweile auch mit der "Go talk Now" App ausgestattet ist.
Eine App, die nicht sprechenden Menschen eine Art von Kommunikation anbietet. Mit Sprachwiedergabe und Symbolen und noch vieles mehr.
Man selber kann individuell, die "Tasten" mit Sprachwiedergabe, Symbolen und auch Schrift, gestalten.
Für die wissen wollen, wie das alles genau funktioniert, das Internet weis alles- Sorry, aber es würde einfach den Rahmen eines Blogeintrags sprengen.
 
In dem Gespräch mit der Lehrerin, haben wir dann gemeinsam überlegt, wie wir Leon diese Art von Kommunikation noch attraktiver (Bis jetzt war es eher, der Grobmotoriker haut ohne hinzuschauen irgendwo herauf) gestalten können.
Heraus kam dann, wir starten mit NUR 2 Bildern. Mit einem was er gerne z.B. essen mag und einem was er überhaupt nicht mag.
 
 
So entstand bei uns die erste Seite mit GURKE VS. SCHOKOLADE
Leon arbeitet viel mit/über die linke Hand. So habe ich, dass was er nicht so gerne mag, auch auf der linken Seite platziert. Nach dem ich die ersten 5 Minuten nur Gurke, Gurke, Gurke, Gurke gehört habe, wanderte das erste Stück Gurke schon in seinen Mund. Das auch gleich mit einem eckeligen verzogenes Gesicht wieder aus dem Mund wanderte.
Ein weiteres Mal hörte ich immer wieder Gurke, Gurke, Gurke... Und Leon presste die Lippen schon krampfhaft aufeinander.
Ich fragte Ihn erneut, was er möchte und er solle doch bitte genau auf seinen Ipad raufschauen. Es gibt auch Schokolade dort zu sehen.
Er haute auf den Schokoladenbutton am Anfang eher zufällig). Er bekam ein Stück Schokolade. Ein weiteres Mal schaute er auf den Schokoladenbutton und diesmal haute er ganz gezielt darauf.
Das wiederholten wir, solange bis die Schokolade alle war und es war klar er hatte das Prinzip verstanden. Jetzt geht es um die Verfestigung auch mit anderer Auswahl.
Bis wir einen weiteren Schritt voran gehen können und einen oder auch zwei neue Button (also vier insgesamt) dazu nehmen können.
Ich denke es wird noch einige Zeit dauern, aber aller Anfang ist schwer und bekanntlich wichtig ist ja nun einmal, dass man überhaupt anfängt.
Dieses Kind ist nämlich nicht doof und hat ein gutes Sprachverständnis, es ist einfach manchmal nur faul und hat sich damit zufrieden gegeben, was in seiner kleinen EIGENEN Welt möglich und machbar ist.
 
ES LIEGT AN UNS, DASS WIR DAS MÖGLICHE UND MACHBARE AUS UNSEREN BESONDEREN KINDERN HERAUS HOLEN.
 
 
EURE SONNENSCHEINMAMA
 

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